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Unsere Kirchen

Heilandskirche                                                                 Kulturkirche Kaiser-Friedrich-Gedächtnis

Thusnelda-Allee 1                                                            Händelallee 20
10555 Berlin                                                                       10557 Berlin

 

                                                                                                      St. Johannis

                                                                                                      Alt-Moabit 25
                                                                                                      10559 Berlin

 

                                                                                                       Erlöserkirche

                                                                                                       Wikingerufer 9
                                                                                                       10555 Berlin

 

 

Unsere Kirchen sind offen - auch während der Pandemie

 


Bitte beachten Sie die Hygienevorschriften!
Vielen Dank für Ihr Verständnis

 

Und "nach Corona" dann wieder ...

dienstags, 14-16 Uhr -  St. Johanniskirche  (Alt-Moabit 25)

mittwochs 12-18 Uhr - Heilandskirche (Thusnelda-Allee 1)

donnerstags, 17-19 Uhr -  Erlöserkirche (Wikingerufer 9)

N.N. -  Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche
(Händelallee 20)


... zum Stillen Gebet und auf Anfrage auch für Seelsorgegespräche mit dem Pfarrteam.
 

Hier finden Sie die aktuellen Termine.

 

Die Heilandskirche

 

"Unser Licht im Leben, unser Trost im Leiden, unsere Hoffnung im Sterben"
Die Heilandskirche bis 1943


Ab 1830 wandelte sich das ländliche Moabit rapide: In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfolgten besonders nach dem Sieg über Frankreich 1870/71 und der Reichsgründung gewaltige Industrialisierungsschübe. Riesige Fabrikanlagen entstanden in Moabit: Erst die Borsigwerke zwischen Spree und Alt-Moabit, und dann die AEG Fabriken und andere Metallwerke um die Huttenstraße. Mit dem Zuzug der arbeitenden Bevölkerung wuchs auch die Johannisgemeinde als erste Kirchengemeinde der Region. Auf Erlass des Kaisers wurde demzufolge dort, wo die Strasse Alt Moabit und die Turmstrasse sich am nächsten kommen, 1894 auf dem ehemaligen Marktplatz eine neue Kirche als  zweite Predigtstätte errichtet.

"Mit allerhöchster Genehmigung Seiner Majestät des Kaisers und Königs legen wir der Kirche den Namen "Heilands-Kirche" bei. Wir wollen damit bezeugen, daß unser Herr und Heiland Jesus Christus der einige Grund- und Eckstein unserer theuren evangelischen Kirche, unser Licht im Leben, unser Trost im Leiden, unsere Hoffnung im Sterben ist." (Gemeindekirchenrat St. Johannis, aus der Grundsteinlegungsurkunde)

Das Kirchenschiff entstand auf kreuzförmigem Grundriss in neugotischem Stil. Breite Seitenemporen sorgten für 1.300 Sitzplätze. Breite bemalte Fenster über den Emporen ließen Licht nur gedämpft herein. Im Altarfenster war der Heiland dargestellt, der einem kranken Kind die Hände auflegte. Über dem mittlern Hauptgewölbe erhob sich ein schlanker hoher Dachreiter. Die Heilandskirche erhielt mit ihrem 91.5 m  hohen, schlanken  Kirchturm die  - neben Georgenkirche (nahe Alexanderplatz, nach dem Krieg abgerissen) und Berliner Dom - dritthöchste Kirchturmspitze, deren extreme Maßverhältnisse von kleiner Grundfläche zu schwindelnder Höhe sich nur selten in der Architektur findet.

Die bis heute erhaltenen Glocken stiftete 1893 die benachbarte Fa. Bolle. Die Inschriften der drei Glocken zitieren je einen Vers aus dem Anfang des 100. Psalms:
GROSSE GLOCKE: Jauchzt dem Herrn alle Welt    Ton: h   2.250 kg
MITTLERE GLOCKE: Dienet dem Herrn mit Freuden    Ton: dis   1.230kg
KLEINE GLOCKE: Kommet vor sein Angesicht mit Frohlocken    Ton: fis      900 kg

1896 wurde die Heilandgemeinde gegründet: ihr Gebiet erstreckte sich von da an westlich, das der Johannisgemeinde östlich der Stromstraße. Das Gemeindehaus wurde 1906, nach sozialdemokratischem Bürgerprotest gegen eine großflächige Zerstörung des mittleren „Kleinen Tiergartens“, nicht neben die Kirche, sondern 300 m westlich an den Rand des Ottoparkes gesetzt. In der Ottostr. 16 wohnten von Beginn an 3 Pfarrer und 3 - 4 Gemeindeschwestern. Es waren eine „Kleinkinderschule“, die Küsterei, der Verein für Misssion, der Blaukreuzverein, der Näh-und Parochialverein untergebracht.

Die neue Gemeinde zählte rasch wieder über 50.000 Seelen. Daher betrieb der Gemeindekirchenrat gleich zu Anfang des 20. Jahrhunderts den Neubau der Reformationskirche. 1907 wurde im Nordwesten die Reformationsgemeinde abgetrennt und gegründet. Nach Abtrennung auch des Südwestens vom ursprünglichen Heilandsgebiet entstand im Jahre 1911 die Gemeinde: Erlöser am Wikingerufer.

 

"Mehr als je thut die thätige Liebe noth"
Die Heilandskirche ab 1943
 

1943 schlug eine Bombe in den Apsisbereich der Heilandskirche ein. Auch der Dachstuhl des Kirchenschiffes und der Turmhelm brannten nach weiteren Luftangriffen aus. Die Kirche stand fast 20 Jahre als Ruine da. Die wertvolle, vielgerühmte Schuke-Orgel von 1929 wurde durch die Witterungseinflüsse weitgehend zerstört.*

Infolge großer Spendenfreudigkeit der Gemeinde konnte der Turm schon 1951 neu gedeckt und im Jahre 1960 die Kirche wieder eingeweiht werden. Die vier Ecktürme wurden verkleinert, der Dachreiter entfernt. Die zertrümmerte Apsis wurde abgerissen und das Kirchenschiff verkleinert, der Altar wurde weiter westlich nach vorn versetzt. Die großen Seitenemporen wurden abgerissen, weil die Gemeindegliederzahl schon erheblich abgenommen hatte und nun 675 - 750 Sitzplätze ausreichten. So entstand ein vom neugotischen Zierrat befreites, völlig neues Kircheninneres: Ein heller, schlichterer, klarer, heller und großzügiger Sakralraum mit unverkennbaren Stilelementen der fünfziger Jahre.

Besonders gelungen ist das neue Ost- Kirchenfenster am Übergang zur früheren Apsis: Der süddeutsche Künstler Hans Gottfried von Stockhausen hat das alte christliche Bild der drei Heilskreise (Abraham Bund/ Christus Bund / und Wiederkunft des Lammes im kommenden Reich Gottes) modern und wirkungsvoll mit tief leuchtenden Farben entworfen. Die Altar Bronze-Reliefs stellen auf fünf Tafeln Geschichten zum Thema "Opfer" da, sie stammen von dem Künstler Waldemar Otto.

Die Firma Gerhard Schmid aus Kaufbeuren baute 1962 eine neue große Orgel mit dem Prospekt, der die Gestalt eines großen Engels abbildet. Sie hat 3 Manuale und 46 Register. Seit 1968 besitzt die Gemeinde außerdem ein zweimanualiges Positiv aus der gleichen Werkstatt im Allgäu.


Die Nebenräume auf der Westseite der Kirche wurden ab 2006 zu Gemeinderäumen umgebaut: Dabei entstanden neu ein kleines Kirchenbüro und ein Mehrzweck – Club + Gruppenraum. Das schon bestehende Café Thusnelda wurde grundrenoviert. Der vordere Sanitärbereich der Kirche behindertengerecht modernisiert, die Versorgungsleitungen der Kirche, die gesamte Elektrik und die Beleuchtung erheblich verbessert. Die höchsten Kosten verursachte die Sanierung der schon länger maroden Fußbodenheizung. Dazu war es notwendig, den Terrazzo- Boden des 1. Kirchenumbaus von 1961 zusammen mit den Kachelfliesen der Ursprungskirche von 1894 abzutragen. Ein aufwendiger neuer Unterbau musste geschaffen werden, bevor Estrich gegossen, Heizungsspiralen gelegt und die neuen dunkelgrünen Fußbodenplatten verlegt wurden. An den Seiten der Kirche wurden in ca. 2m Abstand von den Kirchen-Außenmauern helle Wände bis zur Fenstersimshöhe gezogen, so dass dahinter Stauräume für Stühle und Veranstaltungstechnik entsteht. An der Vorderseite entstehen dadurch große Ausstellungsflächen, z.B. zum Aufhängen von Bildern. Unter der Orgelempore wurden die Voraussetzungen geschaffen, eine Winterkirche bzw. einen Gruppenraum einzurichten. Die Kirche wurde vollständig neu gestrichen, die Außentüren erneuert und nach aufwändigen Wanddurchbrüchen praktische Zugänge zu den hinteren Räumen auf der Ostseite der Kirche geöffnet.


Im Jahr 2016 fusionierte die in ihrem Gebiet weitgestreckte Gemeinde Moabit West, zu der neben den Mitgliedern der Heilandsgemeinde auch die der inzwischen aufgegebenen Reformationsgemeinde gehörten, mit der Gemeinde St. Johannis, mit der Erlösergemeinde und der Kaiser-Friedrich-Gedächtnis-Gemeinde zur Evangelischen Kirchengemeinde Tiergarten.

Im Jahr 2018 werden an und um das Kirchengebäude weitere Bauarbeiten abgeschlossen, die einen barrierefreien Zugang zum Kirchraum, eine Umgestaltung der angrenzenden Außenbereiche und dort auch ein neues Beleuchtungskonzept umfassen.

 

* Die Geschichte der Heilandsgemeinde zwischen 1892 und 1945 wurde im Auftrag der Gemeinde von der Historikerin Ulrike Schilling zusammengetragen: "Mehr als je thut die thätige Liebe noth" (Ulrike Schilling: „Mehr als je thut die thätige Liebe noth“. Die evangelische Heilands Kirchengemeinde in Moabit von 1892 bis 1945. Evangelische Heilandskirchengemeinde Moabit, Berlin 1992)

 

 

Die Orgel der Heilandskirche

Nach der durch Kriegsfolgen bedingten Zerstörung der früheren Schuke-Orgel verfügt die Heilandskirche heute über ein 1962 durch den Orgelbauer Gerhard Schmid aus Kaufbeuren entworfenes Instrument. Die Orgel verfügt über 46 Register auf drei Manualen (Schwell-Brustwerk, Hauptwerk C-, Rückpositiv C-) und Pedalwerk C-. Die Spieltrakturen sind mechanisch, die Registertrakturen elektrisch mit zwei freien Kombinationen.

Neben den in der Disposition zu erkennenden neobarocken Einflüssen ist die Orgel in den Grundregistern relativ stark besetzt, sodass auch die romantische und die moderne Literatur gut darzustellen sind. Wegen ihrer charakteristischen, lebendigen Klangfarben galt sie zu ihrer Entstehungszeit als eines der besten Instrumente Berlins. Die 2manualige Chor-Orgel stammt ebenfalls aus der Werkstatt von Gerhard Schmid." (Zitat Website des in der Heilandskirche probenden  Moabiter Motettenchors)

Die Geschichte der Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche

 

Daten im Überblick:

1895 Gemeindegründung
1906 Fertigstellung und Einweihung der Kirche
1943 Zerstörung durch alliierte Fliegerbomben
1957 Bau und Einweihung der neuen KFG-Kirche im Hansaviertel

 

Die alte Kaiser-Friedrich-Gedächtnis-Kirche (1895-1943)

Auf mehr als 100 Jahre Geschichte zurückschauend, verlangt der Namenspatron uns Heutigen eine besondere Gedächtnisbereitschaft ab:

Friedrich III. war "Deutschlands liberale Hoffnung", der im gefestigten Zeitalter von Thron und Altar "Beteiligung der Laien an der Ordnung der Kirche" forderte; der öffentlich widersprach, als Bismarck und sein Vater, Wilhelm I, 1863 die Pressefreiheit im Lande aufhoben; der die Mitgift der englischen Königstochter Victoria, seiner "Vicky” realisieren wollte: "Sinn für Recht, Moralität, Freiheit und Kultur, für Selbständigkeit des Individuums, Hebung des Einzelnen als Mensch und als Deutscher, Europäer und Weltbürger." Nach seinem frühen Tod muss sie jedoch feststellen: "Der Satz ,Macht geht vor Recht’ wird angebetet."

 

 

Erst 1891 wurde ein eigener Seelsorgebezirk für das Hansaviertel errichtet und ein dritter Pfarrer eingestellt. Als "Hülfskirche", die nach der Einweihung der KFG-Kirche wieder abgerissen wurde, konnte Pfarrer Hagenau eine Kapelle in der Bachstraße in Betrieb nehmen. Die Initiative für den Neubau ging wie bei vielen Berliner Kirchen von der staatlichen Seite aus. Der Baugrund wurde von Kaiser Wilhelm II gestiftet. Auf Antrag der Dorotheenstädtischen Gemeindeorgane sollte das erste Gotteshaus im Hansaviertel eine "Votivkirche" für Kaiser Friedrich III werden.
Hansaviertel 1900

Bereits 1898 kam die Synagoge der jüdischen Gemeinde hinzu; und erst 1925 - in einer umgebauten Garage - die katholische Kirche St. Ansgar.

Durch die beispiellosen Spendenaktionen für den Kirchenneubau hatte sich schon früh der Ruf einer gebe- und opferfreudigen Gemeinde ohne soziale Nöte gefestigt. Beim Kauf des Gemeindehauses heißt es 1902: "die Armenpflege ist so geregelt und mit Mitteln so ausgestattet, daß keine Noth, die zu unserer Kenntnis kommt, ungelindert bleibt." Auch das weitere Gemeindeleben ist mit vielen Vereinen und Helferkreisen auf den verschiedensten Feldern aktiv und steigert sich kontinuierlich.

Die Gottesdienste, die Vorträge im Gemeindehaus und das Gemeindeblatt "Friede und Freude" waren akademisch geprägt. Innerhalb der Gemeinde gab es aber bald auch die üblichen Probleme wie Konflikte im Gemeindekirchenrat und Schwierigkeiten mit dem Personal.

Vor der Einweihung des neu gebauten Gemeindehauses kommt es 1911 zum folgenreichen Eklat: Pfarrer Kritzinger schmettert mutig die staatlichen und konsistorialen Bedenken gegen die "sozialdemokratische Gesinnung" des Maurerpoliers Blankenfeld ab und setzt durch, dass auch er einen der üblichen Orden erhält. Hier zeichnete sich schon früh eineTrennung von Kirche und Staat ab, die erst 1918 in der Weimarer Reichsverfassung festgeschrieben wurde.

Das soziale Engagement hatte aber auch Grenzen: 1913 wurde erfolgreich die Umpfarrung des Armenhauses der Luisengemeinde verhindert - die KFG-Gemeinde blieb lieber unter sich.

Der Erste Weltkrieg brachte weitere Belastungen: die Glocken wurden wieder Kanonen und mußten bis auf ein kleines Geläut abgegeben werden. Der Waffenstillstand kam aber gerade noch rechtzeitig vor der Abnahme des Kupferdaches.

Nach dem ersten Weltkrieg und in der Wirtschaftskrise setzte sich die Gemeinde allerdings ein: in jedem Haus des Hansaviertels gab es eine kirchliche Vertrauensperson und der "Vertrauensrat" koordinierte die Aktivitäten wie Kinderverschickung, Notstandsküche oder Erwerbslosenfürsorge und veranstaltete Wohltätigkeitsbasare.

Als sich das kirchliche Leben im Hansaviertel - in dem es auch eine evangelische Schule gab - wieder stabilisiert hatte, drohte ab 1933 eine schwere Krise. Direkt nach der Machtergreifung lösten die Nationalsozialisten den Gemeindekirchenrat auf und kündigten trotz des Widerspruchs beider Pfarrer deren Pfarrgehilfinnen. In einem Brief zum 75-jährigen Gemeindejubiläum (1970) schreibt Pfarrer Magerstadt: „Die Hitlerzeit brachte widerwärige Ereignissse, da mein Amtsbruder Pfarrer Elchstädt zu den Deutschen Christen überging, während ich als Mitbegründer der Bekennenden Kirche die Anfeindungen über mich ergehen lassen musste. Jedoch (...) verschwanden die bisher unbekannten NS-Aufwiegler einer nach dem anderen, so dass wir wieder einen einheitlichen und arbeitsfähigen Gemeindekircherat hatten."

Da die Konflikte nicht offen ausgetragen wurden und sich die Gemeinde politisch zurückhielt, ging das Gemeindeleben scheinbar unberührt weiter - auch, als die jüdischen Bewohner des Hansaviertels massiv verfolgt und vertrieben wurden.

Im September 1943 begann die "Battle of Berlin". Bei der Hauptoffensive der alliierten Luftstreitkräfte wurden bis zum Dezember 1943 mehr als 8.000 Menschen getötet, 250.000 Berliner wurden obdachlos und über 68.000 Gebäude total zerstört.

Nach den Angriffen vom 22. und 23. November 1943 war auch der Bezirk der KFG-Gemeinde nur noch eine rauchende Trümmerwüste.

Die Berichte sind erschütternd. Viele Gemeindeglieder wurden obdachlos und verloren ihre nächsten Angehörigen. Im zerstörten Hansaviertel standen nur noch siebzig Häuser mit 4.000 Einwohnern. Auch die Kirche und das Pfarrhaus der KFG-Gemeinde brannten unter tragischen Umständen ab: trotz aller Hilfeversuche sprang eine Bewohnerin des Gemeindehauses vor den Flammen in den Tod. Pfarrer Eichstadt erlebte den Bombenangriff im Luftschutzkeller des Kirchengewölbes. Tatenlos musste er zusehen, wie die reichhaltige Innenausstattung der Kirche verbrannte und nur die ausgeglühte Hülle zurückblieb.

Pfarrer Magerstädt war zur Zeit der Bombenangriffe nicht in Berlin. Für ihn waren die Kriegsereignisse ein bleibender Schock. Er erinnert sich: "Auf Anordnung der Behörde hatte ich die Superintendenturen von Baruth und Dahme zu verwalten. Als ich nach acht Tagen ins Hansaviertel kam, stand ich vor Trümmern, auch all unserer Habe. Ich blieb zwar Pfarrer der Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche, war hier und da untergebracht mit kommissarischer Verwaltung der Pfarrei, hatte aber infolge des Verlustes von Zweien unserer Söhne im Kriege und schwerer Krankheit meiner Frau nicht den Mut, die Gemeinde wiederaufzubauen. So sing ich 1946 in meine Thüringer Heimat ..."

Die Gemeinde wurde in alle Winde zerstreut. Die beiden Geistlichen wurden in die Mark Brandenburg geschickt, um Gemeinden zu verwalten, deren Pfarrer "im Felde" standen. Die wenigen noch nötigen Amtsgeschäfte der KFG-Kirchengemeinde übernahm die Heilandsgemeinde in Moabit. Damit war die Gemeinde im Hansaviertel de facto aufgelöst. Ein eigenes Gemeindeleben gab es hier nicht mehr - bis 1947 - fast zwei Jahre nach Ende des Krieges.

 

Die neue Kaiser-Friedrich-Gedächtnis-Kirche (1957 bis heute)

Im Januar 1947 erhält der Potsdamer Pfarrer Fritz Schmidt-Clausing den Auftrag zur Wiedererrichtung der Gemeinde im Hansaviertel. Zunächst mußte dafür die Arbeit in der Gemeinde wieder ganz neu aufgebaut werden. Schmidt-Clausing wurde sofort aktiv: als erstes ließ er einen Aufruf drucken, in dem er die verbliebenen Gemeindeglieder sammelte und zum gemeinsamen Aufbauwerk einlud. Am 9. Februar 1947 hielt er mit ökumenischer Hilfe den ersten Gottesdienst: die KFG-Gemeinde feierte als Gast in der Notkapelle, die sich die katholische Gemeinde St. Ansgar in der Aula der Menzelschule hergerichtet hatte.

In der Kirchenruine wurde die einzige verbliebene Glocke wieder gangbar gemacht und bis in die Fünfziger Jahre zum Begrüßungslauten für die Berliner Russlandheimkehrer benutzt. Im beginnenden Kalten Krieg setzte Schmidt-Clausing damit ein politisches Zeichen und machte seine Gemeinde bekannt - bis hin zur amerikanischen Wochenschau, die das Thema dankbar aufnahm. Aus den bescheidenen Anfängen entwickelte sich wieder ein geregeltes Gemeindeleben im "Interim der 70 Häuser", die vom Hansaviertel noch übrig waren. Bald wurde eine eigene Notkapelle im Präsidentenbüro des ehemaligen Reichsgesundheitsamtes bezogen.

Für Kanzel, Altar und Taufstein wurden rote Ziegelsteine aus den Trümmern der alten Kirche geborgen, zu deren Wiederaufbau bereits die ersten Pläne gemacht wurden.

1953 beschließt der Berliner Senat den kompletten Neubau des Hansaviertels. Schmidt-Clausing plant um: sein großes Ziel wird der Bau einer neuen Kirche. Was von der alten Kirche noch übrig ist, wird gesprengt und abgetragen.

Da das fast komplett zerstörte Hansaviertel nach allgemeiner Auffassung "schlechterdings keinen künstlerischen oder auch nur lokalhistorisch interessanten Bau enthielt", war die Entscheidung für eine durchgreifende Neukonzeption kaum umstritten. Nach verworfenen Versuchen, die alten Häuserfundamente mit neuen Grundrissen zu verwenden, wurden die Grundstücke im größten zusammenhängenden Trümmergebiet der Beriiner Innensstadt neu aufgeteilt und das alte Straßennetz aufgegeben.

Das Hansaviertel wurde zum Kernstück der "Internationalen Bauausstellung" von 1957. Vor dem Krieg hatten hier 15.000 Menschen und mehr je Hektar Stadtfläche gelebt. Jetzt war es die "vornehmste bauliche Aufgabe Berlins", diese untragbare Dichte der Bebauung zu beseitigen und die Stadt aufzulockern. Mit 1000 Wohnungen nach den Grundsätzen des sozialen Wohnungsbaus betrug die bauliche Nutzung im Vergleich zum alten Hansaviertel fast nur ein Drittel. Die Gebäude wurden als Solitaire angeordnet und mit Grünflächen umgeben.

Mit seiner lockeren Bauweise wurde das neue Hansaviertel als "demokratisches Gegenmodell" zur monumentalen Friedrichshainer "Stalinallee" ideologisiert. Tatsächlich gelang es, internationale Stararchitekten für die "Stadt von morgen" zu mobilisieren. Vorsitzender des Leitenden Ausschusses wurde der Architekt Otto Bartning, der zwar entscheidende Impulse zur Erneuerung des Kirchenbaues gegeben hatte, aber auf die neue KFG-Kirche keinen Einfluss nahm. Mit ihrem Entwurf wurde Senatsbaudirektor Ludwig Lemmer beauftragt.

Der Weg durch die neue KFG-Kirche war im zerstörten und ernüchterten Berlin der Nachkriegszeit ein Symbol der Hoffnung. Der Mensch kommt aus dem Alltag, schreitet durch die niedrige Pforte der äußerlich grauen Betonkirche und vor ihm öffnet sich immer mehr die hohe Altarwand - ein Meer von Licht und Farben. Die Raumaufteilung von Kirche und Gemeindehaus entsprach der soziologischen Struktur des neuen Hansaviertels. Die KFG-Gemeinde sollte ein Zentrum für junge Familien werden.

Die neuen Räume schienen für den erwarteten Andrang gerade auszureichen. Optimistisch wurde weitergepiant: unter den Seitenemporen liegt die damals so genannte "Wochentagskirche", die für größere Veranstaltungen mit dem Hauptkirchenraum verbunden werden kann. Auch Vorplatz und Atrium waren als gottesdienstliche Orte mit einbezogen.

Das künstlerische Programm passte zwar zum aufstrebenden Wirtschaftswunder, war aber schon zu seiner Zeit nicht unumstritten. Allzu hochfliegende Pläne Schmidt-Clausings wie ein weiteres Aluminiumkreuz auf dem Vorplatz wurden daher auch nicht realisiert. Trotz der vielen Spenden wurde der Bau zur finanziellen Gratwanderung, die Gemeindekirchenrat immer wieder zu Belastungsproben führte, zumal mit Architekt, Künstlern und Lieferanten teilweise noch hart um die Honorare gerungen werden musste. Da aber alle Probleme gemeistert werden konnten, erwies sich das vollendete Gebäude bald als ein Kristallisationspunkt des neuen Hansaviertels.

Die Gemeinde mit dem "Seelenbohrer"-Turm wirkte nach innen und außen. Durch die Internationale Bauausstellung kamen auch viele auswärtige Besucher in die neue Kirche und begeisterten sich an ihrer Architektur. Die stolze KFG-Gemeinde erwies sich als gastfreundlich: mit seiner sinnlichen Ausstrahlung wurde das schön ausgestattete und lichtdurchflutete Gotteshaus bald zu einer berlinweit beliebten Hochzeitskirche.

Nach den zukunftsorientierten Jahren der zweiten Gründerzeit des Hansaviertels gab es auch in der KFG-Gemeinde Zeichen für eine Konsolidierung. 1970, anläßlich des 75jähriqen Gemeindejubiläums, begann die Gemeinde, sich intensiv mit ihrer Vergangenheit zu beschäftigen. Die noch vorhandenen Quellen wurden gesammelt und es erschien eine Baugeschichte der alten KFG-Kirche. In den Gemeindenachrichten wurde die Zeit von 1933-1945 aufgearbeitet. Auch die Jugendarbeit der Gemeinde beschäftigte sich mit der Geschichte.Seit 1973 hatte die Gemeinde ein neues Haus im historischen Kern des Hanssaviertels. Hier begann Frau Stein zunächst mit offener Arbeit für die Straßenkinder und Jugendlichen der Umgebung. Daneben entstanden durch intensive Elternmitarbeit Kindergruppen. Gemeinsam mit den Religionslehrern der Menzel- und der Kleistschule wurden Gesprächsgruppen für Jugendliche aufgebaut. Hieraus erwuchs eine langjährige Tradition von Kirchentagsfahrten und Wochenendseminaren. In den letzten Jahren kam durch die Zusammenarbeit mit der Familienbildunqsstätte Tierqarten ein neuer Kursbereich für junge Familien und Erwachsene hinzu.

Die soziologische Struktur der älter werdenden Gemeinde hat sich geändert. Pfarrer Dr. Räcke richtete daher bereits 1982 in Zusammenarbeit mit St. Ansgar ein ökumenisches Seminar aus, in dem es um die Erwartungen an die Kirche(n) im Hansaviertel ging.

Schon dort wurde klar, daß die Gemeinden aufgrund der allgemeinen kirchlichen Situation mit vielen Austritten und sinkenden Einnahmen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben zunehmend auf die Unterstützung von Fördervereinen und die Hilfe ehrenamtlicher Mitarbeiter angewiesen sind.

Die Sanierung des Kirchturms 1981 war nur ein erstes Provisorium: auch das Hauptgebäude ist nur mit viel Aufwand zu unterhalten. Das "Gesamtkunstwerk" wird darüber hinaus der Dynamik einer lebendigen Liturgie oft nicht mehr gerecht - viele Besucher fassen den Raum der Gemeinde fast wie ein kunst-historisches Museum auf, in dem noch der Geist des Wiederaufbaus glänzt.

Zum 100-jährigen Jubiläum lässt die Gemeinde KFG durch den "Spiegel der Erkenntnis" blicken: jeden aus seiner persönlichen Perspektive - in die Perspektive(n) der Gemeinde.

 

Die St. Johanniskirche

 

1. Gemeindegeschichte
 

In den Jahren 1832-1835 entstand  auf dem "Moabiter Berg", im Volksmund "Karnickelberg" genannt, dort,  wo die Brückenallee (Kirchstraße) auf den Spandauer Heerweg (Alt-Moabit) traf, nach einem Entwurf des damaligen Oberbaumeisters Karl-Friedrich Schinkel die St. Johanniskirche. St. Johannis erhielt ihren Namen nach Johannes dem Täufer und wurde am Johannistag, dem 24. Juni, 1835 geweiht. Der 24. Juni markiert seither den festlichen Anlass für Andacht und Zusammenkommen in der ersten Kirche Moabits.

St. Johannis übernahm einen Teil der bisher für Moabit zuständigen, fußläufig weit entfernt liegenden Sophiengemeinde. Moabit hatte zu dieser Zeit rund 700 Einwohner. 400 von ihnen fanden in St. Johannis Platz. Im Zuge der Industrialisierung wuchs Moabit aber stetig. Es wurden erste Klagen über die Sittenlosigkeit der hiesigen Bevölkerung laut. König Friedrich Wilhelm IV. wollte Abhilfe schaffen und weniger religiöse Menschen zum Glauben zurückführen. Er plante die kirchliche Seelsorge stärker mit der Kranken- und Armenpflege zu verbinden. St. Johannis wurde bis 1857 zu einer „Missionsstation“ mit Schulhaus ausgebaut  und erhielt in diesem Zuge in ihrer Erweiterung ihr heutiges architektonisches Antlitz.

Bis 1860 verneunfachte sich die Zahl der Einwohner Moabits auf 6543. In dieser Zeit entstanden die Borsigwerke, die Porzellanfabrik Schumann, das Gefängnis, die Ulanenkaserne, der Spandauer Schifffahrtskanal und der Humboldt-Hafen. Am 1. Januar 1861 wurde Moabit in die Stadt Berlin eingemeindet und erlebte damit einen weiteren Aufschwung. Es entstanden das Kriminalgericht, das Luisen-Gymnasium, der Lehrter Bahnhof sowie viele neue Straßen. 1864 ging das östlich an den Arkadengang anschließende Schulgebäude aus Kirchenhand an die Stadtgemeinde und wurde zur 31. Gemeindeschule Berlins, die 1907 die angrenzende Turnhalle erhielt. 1867 eröffnete St. Johannis zudem eine Sonntagsschule und führte den regelmäßigen sonntäglichen Abendgottesdienst ein.

Nachdem Berlin 1871 Reichshauptstadt geworden war, stiegen die Bevölkerungszahlen rasant. Bereits 1885 lebten etwa 35.000 Menschen in Moabit, eine Zahl, die sich in den kommenden zwei Dekaden noch versechsfachen sollte. Da die Kirche für die weiter gewachsene Gemeinde erneut  zu klein geworden war, musste sie, trotz der 1894 als weitere Predigtstätte vor Ort eingeweihten Heilandskirche, 1895/96 durch Max Spitta um ein Querschiff vergrößert werden.

 

Um 1930 arbeiteten die inzwischen sechs Kirchengemeinden Moabits und des Hansaviertels eng zusammen, um gemeinsam der kirchlichen Entfremdung entgegenzutreten. Die Nationalsozialisten versuchten, die Einflüsse der evangelischen Kirche zunehmend zu begrenzen. St. Johannis verlor einen großen Teil seiner Gemeinde: aus Überzeugung ebenso wie aus Angst vor Repressalien.

Am 23. November 1943 brannte das Kirchenschiff nach alliierten Luftangriffen völlig aus.
 


Die Kriegsruine von St. Johannis - Blick aus der Altarapsis in Richtung Kirchstraße


In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Gottesdienste in einer Wohnung in Alt-Moabit 89 abgehalten. Von 1948-1957 fanden sie in einer ehemaligen Militärbaracke westlich der Ruine von St. Johannis statt. Bis zu 250 Gemeindemitglieder fasste die mit lehnenlosen Holzbänken ausgestattete Notkirche. Der 1950 gegründete Schinkelbauverein sammelte aber bereits  Mittel, um die denkmalgeschützte St. Johanniskirche wieder aufzubauen. Neben Geldspenden für den Wiederaufbau waren auch zweckgebundene Bausteinspenden erwünscht. In den Jahren 1950-57 konnte die Kirche wieder aufgebaut werden.


1963 wurde das neue Gemeindehaus mit Büro, Tagungsräumen, Festsaal und Kindertagesstätte fertiggestellt.
 

1971 zog die 6. Grundschule aus der Kirchenschule östlich von St. Johannis in ihren Neubau in der Paulstraße um, so dass die Räumlichkeiten des Schulhauses vom Bezirk für die Gemeinde zurückerworben werden konnten. Nach anfänglicher Nutzung als Wohnraum für den Pfarrer und durch kirchliche Institutionen, wurden sie -  ebenso wie das ehemalige Pfarrhaus  westlich der Kirche - vermietet.

Seit 2016 ist die ehemalige St. Johannisgemeinde Teil der fusionierten Evangelischen Kirchengemeinde Tiergarten.

 

2. Architektur

2. 1 Äußere Erscheinung der Kirche

Die St. Johanniskirche ist eine der vier durch Karl Friedrich Schinkel in einem Zuge entworfenen Vorortkirchen. Sie waren bauähnlich, wiesen aber jeweils individuelle Charakteristika auf. Die drei weiteren befinden sich im Wedding (Alte Nazarethkirche am Leopoldplatz, St. Paul-Kirche  Bad-/Ecke Pankstraße) und in Mitte (Elisabeth-Kirche in der Invalidenstraße).


Die Vorstadtkirche von St. Johannis in ihren ursprünglichen Ausmaßen

Insbesondere in der Architektur der Alten Nazarethkirche am
Leopoldplatz findet sich heute noch die Schinkelkirche St. Johannis


St. Johannis war ursprünglich eine einschiffige Hallenkirche mit längsrechteckigem Grundriss und halbrunder Apsis, ein schlichter Backsteinbau ohne Turm und Portikus. Da sie auf einer kleinen Anhöhe lag, erhielt sie eine vorgelagerte Freitreppe. Die Vorderseite öffnete sich unterhalb des Rundbogenfensters  mit einem dreitorigen Portal zur Brückenallee (Kirchstraße). Die Längsseiten der Kirche waren zweireihig durch Rundbogenfenster durchbrochen. Die Architektur der 1835 eröffneten Kirche war geprägt von kubischer Geschlossenheit und konstruktiver Sachlichkeit.

Die Schlichtheit und Zweckmäßigkeit Schinkels sollte im Rahmen der ersten baulichen Erweiterung jedoch schon bald einer romantischen Neuinterpretation durch Stüler weichen. Oberbaurat Friedrich August Stüler machte auf Wunsch von König Friedrich Wilhelm IV. bereits 1844 dementsprechende Entwürfe. Der König selbst, der sich intensiv mit der Architektur Italiens befasst hatte und dorthin auch mit Stüler gereist war, nahm während seiner Regentschaft großen Anteil an der Planung. Er verfügte den heutigen Standort des Turmes hinter den Arkaden. So wird von einer Bauzeichnung berichtet, in der der König mit Bleistift vermerkte:
"Ist dieser Plan der jetzt empfohlene, so genehmige ich ihn bis auf folgende evtl. Modifikationen: Ich hätte nämlich gern die offenen Arkaden auf beiden Seiten. Ist also das Fundament des Turmes noch nicht vorhanden, so soll der Turm hinter die Arkadenlinie kommen und ich will die beiden Pfeiler samt dem Stückchen Mauer vom Haus zum Turm selbst übernehmen. F.W."

Stüler schreibt in einem Brief an den König:
"Sr. Majestät haben sie nochmals genehmigt und nur gewünscht, nach den Andeutungen in Blei die Linsenstreifen des Moabiter Thurms nach venitianischen Mustern mit Bögen zu verbinden."

Die Pläne wurden bis 1857 umgesetzt. Es entstand eine malerische Baugruppe aus Kirche, Pfarr- und Schulhaus, einem hohem Campanile und einem dem Arkadengang inne liegenden Portikus. Der im Sinne Palladios entworfene zentrale Portikus im Stil des frühen Florentiner Quattrocento mit Figurenschmuck und Torbogen wiederholt dabei in seiner Giebelform den Dreiecksgiebel der Kirche und betont damit die Mittelachse. Der von der Eingangshalle abgehende Arkadengang verbindet die Kirche mit den seitlich angrenzenden, im italienischen Villenstil gestalteten Gebäuden: dem Pfarrhaus im Westen und dem Schulgebäude im Osten. An das Pfarrhaus schließt sich der nach venezianischem Muster gestaltete 47,6 m hohe Turm mit seinem achteckigen Aufsatz und seiner  kupfergedeckten Haube an.  Der Turm erhielt romantisierende Details, die wiederum auf den Wunsch König Friedrich Wilhelm IV. zurückgingen und der gesamten Anlage ein italienisches Aussehen verschaffen.

Zuletzt entstand 1865 noch das durch den Architekten Assmann entworfene Küsterhaus an der süclichen Friedhofsmauer, das heute eines der ältesten Häuser Moabits ist.

 

Die ursprüngliche Hallenkirche wurde in den Jahren 1895/96 durch Max Spitta erneut erweitert. Die alte Apsis wurde um fast ein Drittel der Kirchlänge nach Norden verschoben und erhielt flankierend beidseitig Nebenapside fast gleichen Ausmaßes. Ein der Kirche hinzugefügtes ausladendes Querschiff führte zu einem völlig veränderten Grundriss und Raumgefüge, das den wilhelminischen Zeitgeist auch in der Inneneinrichtung spiegelte.


Nordansicht auf das Gemeindegrundstück von 1905: links der heute fehlende Querteil der
alten Schule, mittig Querschiff und Apside, rechts das große Gemeindehaus


Während des Zweiten Weltkriegs wurde die St. Johanniskirche stark beschädigt, der Innenraum brannte im Zuge des Luftangriffs auf Berlin am 23. November 1943 völlig aus. Der Turm, sowie die stülerschen Nebengebäude blieben von den Bomben weitestgehend verschont.


In den Jahren 1952 bis 1957 erfolgte unter Leitung Werry Roths und Otto Bartnings, der zu den berühmtesten Kirchenbaumeistern des 20. Jahrhunderts gehört, der Wiederaufbau. Dabei kam Bartning mit dem Landeskonservator Hinnerk Scheper überein, dass die Spittasche Erweiterung zwar beibehalten werden sollte, die Wiederherstellung jedoch im Schinkelschen Sinne zu erfolgen hätte. Das Wiederaufbaukonzept sah vor, die Formen wieder schlichter zu gestalten, um die liturgischen Handlungen stärker in den Vordergrund zu stellen, aber auch um Demut zu beweisen. Hierzu wurde der Grundriss erneut verändert. Der Altarraum wurde verkürzt, der Altar vorgezogen und erhöht. An den Altarraum wurde ein großräumiger Anbau über mehrere Geschosse für Gemeinderäume angefügt, um Kirche und Gemeinde einander näher zu bringen.

Dem Richtfest am 14. Februar 1953 wohnte der damalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Ernst Reuter bei. Reuter sprach den Wunsch aus, „dass über dieser Kirche die Sonne einer besseren Zukunft scheinen möge, und dass damit in den Menschen das Gefühl der Verpflichtung wach werde, in brüderlicher Liebe zusammenzustehen.“ 

 


St. Johannis - eine Kirche, vier Baumeister

 


1963 errichteten die Architekten Hans-Christian Müller und Georg Heinrichs anstelle des großen 1896/97 erbauten und 1945 ausgebrannten Gemeindehauses einen Neubau, der sich mit seiner dunklen Klinkerverblendung sowolhl modern zeigte, als auch an der gestalterischen Schlichtheit Schinkels und Bartnings orientiert..


Das gesamte Areal steht mit allen Nebengebäuden und dem fremdverwalteten Friedhof unter Denkmalschutz.


Friedhof St. Johannis I hinter der Kirche

 

 

2. 2 Der Innenraum 
 

Der Innenraum der durch Karl Friedrich Schinkel entworfenen St. Johanniskirche bot zunächst etwa 400 Besuchern in Bankreihen und auf Emporen Platz. Die Brüstungen ruhten auf schmalen Säulen und waren schwarz-weiß verziert. Ihre Ausrichtung entlang der Längswände betonte den Altar. Die Wände wurden nach Schinkels Plänen hellgelb gequadert, die Altarnische dunkelgrau marmoriert mit schwarz-goldenen Friesen. In der Apsiskalotte griff die Gestaltung die des inneren Dachstuhls auf: kleine Sterne auf blauem Grund.

Die Umgestaltung des Innenraums durch Max Spitta um 1896 brachte den dem Zeitgeschmack gezollten ausufernden Historismus der Wilhelminischen Kaiserzeit. Die Veränderungen des Grundrisses durch zusätzliche Seitenarme und die Verschiebung des Altars nach Norden brachen die geschlossen Raumwirkung auf und verdoppelten das Raumvolumen. Durch zusätzlich Umbauten der Emporen sollten von jetzt an über 1000 Sitzplätze zur Verfügung stehen. 1901 wurden die Seitenwände des alten Schinkel-Portals  zugunsten eingefügter Warteräume angeschnitten. Aus derselben Zeit stammt auch die blaugrundige Schrifttafel mit den Worten „Friede sei mit euch“.

 

Im zweiten Weltkrieg wurde der Innenraum weitgehend zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte, wenn auch modern im Stil der 50er Jahre, so doch schlichter und damit  "im Sinne Schinkels".

Die Emporen wurden in die Seitennischen der Querarme eingezogen und verliefen nahezu bündig mit den Langhauswänden. Sie, ebenso wie die Orgelempore, wurden mit hellem, der Taufstein, die Kanzel und der Altar mit dunklem Walsenfelder Marmor verkleidet. Im Übrigen wurde die Innenraumgestaltung schlicht in hellem Putz gehalten.

Die Einweihung der wiederhergestellten Kirche fand am 23. Juni 1957 statt.


 


Blick vom Altar zum dreitorigen Eingangsbereich

 

 

2.3 Der Dachstuhl
 


Dachstuhl Schinkels mit Verzierungen über den Emporen


Durch Schinkel erhielt St. Johannis einen offenen Dachstuhl, der dem Raum Höhe verlieh und eine freie Wirkung. Die Kassettierungen am Dach waren mit Friesen und Sternen auf blauem Grund versehen.

Ursprünglich wurde die Last der offenen, nicht wie heute in Scheiben aus Brettbindern, sondern aus filigranem Stabwerk gefestigten und bemalten Dachbinderrahmen mit den halbrunden Öffnungen auf Stützen übertragen. Die Halbkreisbögen hatten die Breite des ehemaligen Raumes zwischen den Emporen der Ursprungskirche. Die Stützen standen auf einem Mauervorsprung in der Höhe der Emporenböden.

Die aufwändige hölzerne Dachkonstruktion wurde im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört. Der durch Bartning und Roth wiederhergestellte Innenraum vermittelt zumindest in der proportional exakten Wiederholung der Schinkelschen offenen Dachstuhlkonstruktion ein Bild des ehemaligen Raumeindrucks. Die hölzerne Dachkonstruktion wurde durch Bartning in vereinfachter Formensprache durch schlichte Bogenbinder interpretiert. Heute wird die Dachlast aber bereits unterhalb des Mauerwerkhauptes von einem Kraggesims auf die Außenwände übertragen.

 

 

2.4 Die Triumphkreuzgruppe
 


Der Altar von St. Johannis mit Taufstein und Pult

 

Die Triumphkreuzgruppe in St. Johannis ist die einzige in Berlin in einem als Kirche genutzten Raum. Die anderen beiden befinden sich in der als Museum fungiernden Nikolaikirche und im Stadtmuseum Berlin. Nach dem Zweiten Weltkrieg fand die Triumphkreuzgruppe - gotisches Schnitzwerk aus dem 15. Jahrhundert aus der im Krieg zur Ruine gewordenen Franziskaner-Klosterkirche (Berlin-Mitte) -  in St. Johannis eine neue Heimat, wenn auch nicht mehr als Triumphkreuz aufgehängt in einem Jochbogen vor dem Chor, sondern aufgestellt auf dem Altar. Der modernen Nachkriegsinnenraumgestaltung von St. Johannis angepasst erhielten die Figuren ein schlichteres Balkenkreuz, an dem der Gekreuzigte hängt. Die begleitenden Figuren - Maria und Johannes der  Täufer - stehen näher beieinander als ursprünglich.

Der Altar erhielt im Rahmen des Wiederaufbaus als Leihgabe der EKD eine wertvolle Predella aus der Marienkirche in Danzig (Gdansk). Am 1. März 2020 ging sie als Zeichen der Versöhnung und Ökumene zurück an ihre Ursprungskirche nach Polen.

Die jetzt an den Innenwänden der St. Johanniskirche angebrachten vier Holzschnitzfiguren als Symbole für die vier Evangelisten Matthäus (Mensch), Markus (Löwe), Lukas (Stier), Johannes (Adler) (s. Offenbarung 4,7) befanden sich ursprünglich jeweils an einem Ende des Triumphkreuzes.
 


"Die erste sah aus wie ein Löwe, die zweite wie ein Stier, die dritte
hatte ein Gesicht wie ein Mensch, und die vierte glich einem
fliegenden Adler.
" Offenbarung 4,7


 


Fotografie der Kreuzigungsgruppe in ihrer ursprünglichen Hängung
in der Klosterkirche, Berlin/Alt-Mitte

 

Die Orgel von St. Johannis

 

Fensterrosette und Orgel mit dem nur am Heilig Abend rotierenden Zimbelstern

 

 

 

 

 

 

Die ursprüngliche Orgel von 1834 war ein kleines, nur zur Begleitung des Gemeindegesangs geeignetes Instrument. Sie ließ das große Radfenster im Vordergiebel frei, obwohl sie ein kubisches, keineswegs auf die Rundung der Fensteröffnung abgestimmtes Gehäuse hatte.

Im Zusammenhang mit der Spittaschen Erweiterung der Kirche schaffte man 1896 eine große Walcker-Orgel von Sauer aus Frankfurt/Oder an, die zwar stilistisch gelungen an den alten Bau angepasst wurde, die jedoch beinahe die gesamte Höhe und Breite des Bogens über dem Orgelchor ausfüllte. Sie wurde bis zu ihrer Zerstörung 1943 hohen Ansprüchen für konzertantes Orgelspiel gerecht. Leider verdeckte sie das Radfenster völlig.

Als 1959 eine viermanualige Orgel durch das Zehlendorfer Unternehmen Karl Schuke eingebaut wurde, gelang auf Wunsch des Architekten Otto Bartning, der den Wiederaufbau nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg leitete, eine freie, elegante Anpassung der Werke, insbesondere der Pedaltürme, an den Bogen des Tonnengewölbes und den unteren Abschluss des Radfensters mit Rosette. So entstand eine reizvolle Wechselwirkung von Licht und Instrument, die durch die farbige Fassung des neuen, maßwerklosen Fensters von Hermann Kirchberger noch gesteigert wird.

Die Fensterrose über der Orgelempore soll von Prof. Kirchberger aus Splittern zerstörter Kirchenfenster in Moabit gestaltet worden sein. Die übrigen Kirchenfenster sind im Kontrast in lichten Tönen bleiverglast.


Das Instrument verfügt über:

  • vier Manuale, davon drei unterschiedlich,
  • 35 Registerstimmen, zusammen gut 2.700 Pfeifen,
  • die größte 5,62 m lang, Durchmesser 26 cm,
  • die kleinste 0,005 m (5 Millimeter) lang, Durchmesser wenige Millimeter.


Die Pfeifen sind aus unterschiedlichen Materialien gefertigt, darunter 44 aus Ahorn und 54 aus Kiefernholz, die Mehrzahl allerdings aus einer 60 % Zink-Legierung. Die Orgel hat eine mechanische Traktur mit Tonkanzellen-Schleiflade und einem freistehenden Spieltisch in der Mitte.

Das Spiel auf der Orgel war bis 1966 echte Knochenarbeit. Bei gekoppelten Manualen musste jeder Finger eine Last von 800 Gramm niederdrücken. Deshalb bekam das Instrument anlässlich eines Umbaus einen Transformator und eine elektrische Traktur. Damals bekam die Orgel auch das vierte Manual. Das dafür vorgesehene Rückpositiv wurde aus Geld- und Mutmangel aber nie gebaut. So sind das oberste und das unterste Manual der Orgel identisch.
Die Orgel verfügt über zahlreiche Spielhilfen: u.a. vier bis sechs freie Kombinationen, Fuß- und Handschalter, Wippen, zwei Jalousie-Schweller, einen Rollschweller (Walze).

LAUDATE DOMINUM IN CHORDIS ET ORGANO - "Lobt den Herrn mit Saitenspiel und Instrument" ist die Inschrift über dem Brustwerk der Orgel. Angebracht hat sie Traugott Fedtke. Er war Kantor und Organist an St. Johannis und hat die Disposition für etliche Orgeln ausgearbeitet. In Gedenken an "seine" Orgel in Königsberg (dem heutigen Kaliningrad) hat er diesen kupfergetriebenen Spruch anbringen lassen.

 

Die Erlöserkirche

 


Erlöserkirche 1925


Aus: Moabiter Heimatbücher Nr. 8 "Evangelische Kirchen u. kirchliches Gemeindeleben" von Carl Schmidt. Oehmigke's Verlagsbuchhandlung, Berlin 1925. Der Verfasser war ab 1912 erster Pfarrer der Erlöserkirche.

"Aber sage, Erlöserkirche, du jüngste unter den Moabiter Kirchen, du Tochter der Heilandskirche, warum siehtst du so eigenartig aus? Kein himmelanstrebender leichter Turm,  keine gegliederten Flächen mit Aufteilungslinien aus feinen Formsteinen, nichts Leichtbeschwingtes und Bewegliches! Warum bist du eine so gedrungenen Masse mit ganz niedrigen Turmaufsätzen, die nur 37 Meter aufragen und mit dem brustwehrähnlichen überdachten Gang zwischen den Türmen, in dem die Glocken schwingen? Warum?"

Die Antwort: die Fülle der anstehenden Kirchenneubauten um 1910 forderte finanziellen Tribut. Für jeden Kirchenbau standen fortan nur 200.000 Mark zur Verfügung. Weitere Kosten mussten über Spenden getragen werden. Allerdings wurden für die Erlöserkirche weitere 30.000 Mark bewilligt, da das bis zur Kirchbaustelle reichende große Sumpfloch zunächst mit 100 großen, einzurammenden Baumstämmen zu einem tragfähigen Fundament werden musste.

Bei den Ausschachtungsarbeiten wurden an der Levetzowstraße  Zeichen einer Wenden-Siedlung gefunden, deren Bewohner hier an der Spree auch dem Hechtestechen auf den überschwemmten Wiesen nachgingen. Da auch der Stackenzaun um den Kleinen Tiergarten im 17. Jahrundert in der Gegend der Gotzkowskybrücke endete, fanden hier wohl die ersten dauerhaften Ansiedlungen auf dem Gebiete Moabits statt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein guter Platz für ein Gotteshaus!

1909 wurde der Grundstein gelegt. Die Architekten Dinklage und Paulus wählten für die Erlöserkirche, um mit den bescheidenen verbleibenden Mitteln auszukommen, den aus Städtebauten des späteren Mittelalters bekannten niedersächsischen Baustil. Damit erreichten sie ein wirkungsvolle und zweckdienlich Einfügung in die Umgebung. Das Kirchenschiff bot 964 Sitzplätze. Pfarr- und Gemeindehaus wurden in den Kirchenbau integriert.

In der Pflicht, mit geringen finanziellen Mitteln auszukommen, schuf Professor Oetken mit seiner Malkunst ein stimmungsvolles Meisterwerk: Ein hölzernes Tonnengewölbe der Decke, ein mächtiger Triumphbogen mit den Symbolen der Evangelisten, der Altarraum mit der Weihnachtsgeschichte in dem Altarfenster im Stil der perspektivlosen Spätgotik,  die Kanzel, die Emporebrüstung, der Schuke-Orgelbau mit 26 Stimmen und als Schlusspunkt 1921 das sich über die große Seitenfläche hinbildende Ehrendenkmal für die Gefallenen.

Der Friedhof der Erlöserkirche ist Teil des Zentralfriedhofs in Stahnsdorf. Der Transport der Verstorbenen erfolgte mit durch die Angehörigen begleiteten Leichenwagen zur Leichenaufnahmehalle am Bahnhof Halensee, von dort aus in der Nacht mit der Bahn nach Stahnsdorf.

 

Chronologischer Überblick

28.04.1904     Stadtsynode beschließt Grundstückskauf für den Bau von Kirche und Gemeindehaus
19.08.1909     Seine Majestät der Kaiser genehmigt durch das Königliche Konsistorium den Namen "Erlöserkirche"
18.11.1909     Grundsteinlegung durch Generalsuperintendent Wilhelm Faber
14.05.1911     Feierliche Einweihung der Kirche in Anwesenheit Seiner Königlichen Hoheit Prinz August Wilhelm von Preußen  
01.08.1912     Abzweigung der Erlösergemeinde von der Heilandsgemeinde mit ca. 14.000 Seelen. Damit wird die Gemeinde selbstständig.
01.09.1912     Einweihung des Pfarr- und Gemeindehauses.
01.04.1913     Errichtung der Schwesternstation mit zwei Schwestern
08.10.1913     Eröffnung der Kleinkinderschule mit 15 Plätzen
02.08.1914     Beginn des 1. Weltkrieges. Gebetsstunden zweimal wöchentlich, später nur noch einmal.
09.10.1921     Einweihung der Ehrentafeln für die Gefallenen
um 1924           Kindergarten
01.09.1939     Beginn des 2. Weltkrieges
22.11.1943     Zerstörung der Erlöserkirche und eines großen Teiles des Pfarrhauses bei einem Luftangriff. Die Gottesdienste finden zunächst in einem Zimmer der Schwesternstation, später im Nord-West-Kasino, Alt-Moabit 55 statt.
Der Kindergarten muss geschlossen werden

01.07.1948     Der Kindergarten wird mit 30 Plätzen wiedereröffnet
26.03.1950     Zum ersten Mal seit dem 21. 11. 1943 werden die Glocken wieder geläutet
01.10.1950     Erweiterung der Gemeinde um die sogenannte Spreeinsel. Sie umfasst jetzt 9.200 Seelen
01.11.1953     Beginn des Wiederaufbaus des Gemeindehauses
Februar 1956  Der Wiederaufbau der Kirche wird genehmigt
11.05.1956     Wiederaufbau der Erlöserkirche Beginn des Wiederaufbaus
09.03.1958     Bischof Dr. Otto Dibelius übergibt in einem Festgottesdienst die wiederaufgebaute Kirche der Gemeinde
14.05.1961     Feier zum 50jährigen Jubiläum der Erlöserkirche
20.10.1963     Die neue Orgel wird eingeweiht
01.07.1965     Erweiterung der Gemeinde um den Ostteil der Gustav-Adolf-Gemeinde. Errichtung einer 3. Pfarrstelle, die jedoch vorläufig nicht besetzt wird. Die Zahl der Gemeindemitglieder wächst auf 12.000.
23.01.1970     Neueinrichtung der Taufkapelle
17.10.1972     Der griechische Kindergarten in der Helmholtzstraße wird errichtet
03.03.1974     Das Jugendhaus "Zinse" wird eingeweiht
19.09.1980     "Kinderkirche" (KiKi) tritt an die Stelle des Kindergottesdienstes
06.03.1983     Jubiläumsfeier zum 25. Jahrestag des Wiederaufbaus der Erlöserkirche

Erlöserkirche 2015: Im Wiederaufbau nach Kriegszerstörung wurden leichte architektonische Veränderungen im Eingangsbereich der Fasssade vorgenommen.